John Cage: Theater Pieces, 1960

Eine Zufallsoperation mit 8 Akteur*innen
mit Ariane Andereggen / Elisabeth Rolli / Simon Grossenbacher / Philippe Nauer / Nils Torpus / Kurt Grünenfelder / David Imhoof / Herwig Ursin

"Theatre is all the various things going on at the same time." J.Cage

"Theatre" meint alles Sichtbare und bezieht sich auf eine Aufführungspraxis, die es möglich macht mit Stimmen, Geräuschen oder Aktionen ohne Bezugnahme aufeinander simultan eine akustische Situation zu schaffen. Frei von persönlichem Geschmack und individueller Psychologie, ohne Rücksicht auf spieltechnische Grenzen. 1960 benutzte Cage mit "Theatre Piece" erstmalig ein Notationsverfahren, in dem an Stelle von Noten, Aktionen und Zahlen treten, welche sich auf einen Satz von 20 Karten beziehen. 20 weitere Karten können an beliebigen Stellen eingefügt werden. Mit Hilfe von "disziplinierten Zufallsoperationen" entsteht ein unbestimmtes Schallereignis, das weitestgehend vom Komponisten unbeeinflusst bleibt und im freien Ermessen der Interpret*innen liegt und somit auch keine Vorhersage künftiger Ereignisse bedeuten kann. Cages Komposition besteht aus 8 Partituren, einer Transparentfolie mit frei wählbaren Zeitangaben und einem Anweisungsblatt.
Alle Akteur*innen bleiben was sie auch sonst sind. In dieser Aufführung Schauspieler*innen, die unter anderem bei Norbert Klassen studiert haben.