Do 30.11.2017

Programm:

12.00 – 13.00 Performance zum Lunch
17.00 – 18.00Michail Michailov, tap and touch white cube
ab 19.00Katrina Daschner, Pferdebusen
Barbis Ruder, Barbis in Babeland. Ein Performical.
Sööt/Zeyringer, Never Name the Shelf
Julischka Stengele, Musenaufstand 1
Julischka Stengele, Musenaufstand 2

 

Im Laufe des Programms Abendessen
mit Gasthaus: Fermentation and Bacteria von Maya Minder.

 

Die Auswahl der vorgestellten österreichischen Positionen beim Festival BONE 2017 fokussiert Methoden, Themen und Praktiken der zeitgenössischen, jungen Performance-Szene, die sich in ihrer Vielfalt mit aktuellen gesellschaftlichen, politischen Themenkreisen wie Geschlechteridentifikation, Genderpolitiken, Identitätskonstruktionen und definitorischer Selbstbestimmung auseinandersetzt.

Die ephemere Kunstsparte der Performance erlangte in Österreich grosse historische Bedeutung durch den Wiener Aktionismus. Die künstlerische Aktion bedient sich des Körpers als «Material» und schreibt ihm eine Geschichte ein. Die bewusste Erweiterung des Bildes in den Raum und dessen «Belebung» durch den menschlichen Körper im Wiener Aktionismus sind gemeinsam mit einer kompromisslosen Realitäts- und Präsenzauffassung  Grundlagen für die zeitgenössische Performance. Und doch hat sich die junge Szene vom Wiener Aktionismus durch eine intensive feministisch-queere Auseinandersetzung emanzipiert und einen neuen Weg eingeschlagen. Der Körper wird zur Projektionsfläche politischer und gesellschaftskritischer Aussagen, er wird Mittel der Selbstrepräsentation, wie etwa bei Julischka Stengele. Sie erprobt in ihrer Performance «Musenaufstand» das Brechen mit konventionellen Sehgewohnheiten und Sichtweisen.

Mit der Performance «Barbis in Babeland» präsentiert sich eine weitere Facette der künstlerischen Auseinandersetzung auf dem Feld der Performance. Barbis Ruder beschäftigt sich mit viel Humor in ihrer trashigen Performance mit  dem Thema Original und Kopie und dem drohenden Abgleiten der Performance in die Pop-Industrie.

Katrina Daschners Arbeit «Pferdebusen» agiert mit sexuell aufgeladenen Körpern und Körperteilen. Sie repräsentiert die Materialisierung des ephemeren Mediums Performance, die, produziert abseits von Publikum und Rezipient, perfekt inszeniert, sich im vermarktbaren Produkt des Videos wiederfindet.
Das Künstlerduo Sööt/Zeyringer stellt in seinen minimalistischen Performancekosmen dem Körper das Objekt zur Seite. Mit trockenem Humor, feiner Ironie und unter Zuhilfenahme von Pappkartons, Regalen, Sockeln oder Bändern entwickeln die beiden Performerinnen rhythmisch-dialogische Choreografien die trotz ihrer Reduziertheit ein großes poetisches Potential aufweisen.