Julischka Stengele

Julischka_Stengele, Musenausstand, (c) eSeL.at - Lorenz Seidler

Musenaufstand

In der zweiteiligen Performance „Musenaufstand“ bricht die Künstlerin mit Sehgewohnheiten und Sichtweisen. Sie hinterfragt gesellschaftliche Positionierungen und verändert Blickregime, kehrt Machtverhältnisse um und inszeniert neue, ungewohnte Settings. Was bewirkt die Änderung von Positionen in Gesellschaft und Politik? Wie verortet sich der Mensch im sozialen Umfeld? Was macht ihn sichtbar oder unsichtbar? Sehen oder gesehen werden?

Julischka Stengele bringt in ihre künstlerischen Statements die volle physische Präsenz ihres Körpers ein. Stengele, die seit über zwölf Jahren als Aktmodell arbeitet, inszeniert ihren Körper als skulpturales Objekt. Die Bühne und das Podest geben ihr die Gelegenheit, eine Umkehrung der Machtverhältnisse zu provozieren. Zwar setzt sie ihren Körper den Blicken aus, aber das Publikum muss damit rechnen, dass sie zurückblickt und die gleichen Bewertungen und Maßstäbe anlegt wie es selbst. Sie verschiebt die Ebenen und vollzieht einen inneren Positionswechsel. Aus der stumm gemachten Muse wird ein selbstbestimmtes Individuum. Mit feinem Humor setzt sie konventionellen Sichtweisen und Sehgewohnheiten eigene Bilder entgegen: unangepasst, lustvoll und bestärkend.

Geboren 1982, lebt Julischka Stengele in Wien und agiert international als transdisziplinäre Künstlerin und Kulturschaffende. Sie studierte Visuelle Kommunikation, Performance, bildende Kunst und Kulturwissenschaften in Berlin, Helsinki und an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo sie 2015 im Fachbereich Konzeptuelle Kunst diplomierte.