Juerg Luedi
«myFunerals #5»

Die Performanceserie «myFunerals» setzt sich mit den Fragen des Todes, der Bestattung und Abdankung, deren Rituale und Gesten auseinander. Bereits seit dem frühen Christentum gab es Praktiken den eigenen Tod zu vergegenwärtigen, ihn quasi antizipatorisch vorwegzunehmen, wie beispielsweise das Schlafen im Sarg, das Darstellen von Begräbnissen und Leichenzügen oder Totenporträts. Die Performance wie das Ritual können als Werkzeuge das kulturelle Gedächtnis aufbauen, auswerten und hinterfragen. Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Tod, dem Schmerz, der Trauer und dem Abschied führt unweigerlich zu den «Ritual Studies» und deren enge Verknüpfung mit der Performance.

Die Arbeitsweise der Intervention erschliesst das Performative und setzt auf originäre Weise Merleau Ponty's Feststellung um von «Leiblich-sein heisst Sichtbar-sein». Die performative Praktik ist eine Art der Auseinandersetzung mit der angstbesetzten Todesverdrängung, um Warnsignale für den Gesellschaftskörper auszusenden.

Juerg Luedi